Case Study

Das Herz der Lagerlogistik erneuert – ein Materialflussrechner im laufenden Betrieb vollständig ersetzt.

Migration eines kritischen Kernsystems ohne Stillstand

560.000 Lagerplätze, 15.000 Orderlines in 3.000 Sendungen pro Tag – und der garantierte Versand bis 21 Uhr am selben Tag: Diese Rahmenbedingungen machen klar, wie eng die Taktung und wie hoch die Abhängigkeit vom Materialfluss bei Landefeld ist.

Der bestehende Materialflussrechner war veraltet und konnte die wachsenden Anforderungen an Performance, Stabilität und Erweiterbarkeit nicht mehr tragen. Eine komplette Neuentwicklung war notwendig – aber der Betrieb durfte zu keinem Zeitpunkt unterbrochen werden. Die Lösung musste deshalb parallel zum Altsystem entstehen und schrittweise übernehmen können.

Zusätzliche Komplexität kam durch die Ausgangslage im Bestand: Das Altsystem war schlecht dokumentiert, wesentliche Prozesse, Protokolle und Abläufe mussten teilweise reverse-engineered werden. Gleichzeitig waren Ausfallzeiten während der Migration inakzeptabel und reale Tests im Lager waren nur in einem sehr engen Zeitfenster möglich.

Projektüberblick

Kunde:
Landefeld Druckluft & Hydraulik
Branche:
Großhandel / Logistik
Projekt:
Entwicklung eines neuen Materialflussrechners zur zentralen Steuerung der gesamten Lagertechnik.
Materialflussrechner Herausforderung

Ein neues Steuerungssystem für ein Hochleistungslager

Der neue Materialflussrechner sollte als zentrale Instanz die gesamte Lagertechnik steuern und als belastbares Bindeglied zwischen Lagerverwaltungssystem und technischer Anlage fungieren.

Austausch im laufenden Betrieb ohne Unterbrechung des Lagerprozesses

Harmonisierung, Vereinfachung und strukturelle Verbesserung der Materialflussabläufe

Deutlich höhere Performance und geringere Latenzen im operativen Betrieb

Maximale Fehlerfreiheit und technische Stabilität unter Volllast

Reduzierte Hardwareanforderungen bei gleichzeitig höherer Effizienz

Erweiterbare Architektur für zukünftige Lagerausbauten und Prozessoptimierungen

Vom gewachsenen Bestand zur sauberen Materialflusslogik

Zu Beginn haben wir das Anforderungsmanagement konsequent aus der Realität abgeleitet: auf Basis von Logfiles, Systembeobachtung im Betrieb und gezieltem Reverse Engineering des Altsystems. Damit konnten wir auch implizite Regeln und gewachsene Sonderfälle sauber erfassen und in nachvollziehbare Anforderungen überführen.

Weil Systemintegrationstests im Lager nur begrenzt möglich waren, haben wir die Qualitätsstrategie darauf ausgelegt, Tests in den Entwicklungsprozess zu ziehen, statt sie in den Lagerbetrieb zu verschieben. Dafür entstanden Simulatoren, die die Kommunikation des Lagerverwaltungssystems, der Fördertechnik und der automatisierten Regalbediengeräte übernehmen. Die Abläufe zwischen LVS und SPSen wurden anhand von Use- und Testcases simuliert und in automatisierte Tests überführt. So konnten wir testgetrieben entwickeln und die fachliche Logik reproduzierbar absichern – ohne Stillstand in der Anlage.

Technisch basiert die Lösung auf Java und reaktiver Programmierung. Sie reagiert deutlich schneller als die bestehende Lösung und erreicht eine deutlich höhere Performance mit geringerer Hardware. Eine webbasierte Benutzeroberfläche gibt dem Lagerleitstand jederzeit einen klaren Überblick über den Zustand der Anlage und unterstützt beim Handling von Sondersituationen wie technischen Defekten. Gleichzeitig wurden im Projekt viele Materialflussprozesse vereinfacht und optimiert. Die Software simuliert beispielsweise für jedes Regalbediengerät mehrere konkurrierende Aufträge in unterschiedlichen Sequenzierungen. Auf Basis der berechneten Fahr- und Zugriffszeiten bestimmt sie die effizienteste Kombination und steigert damit den Durchsatz bei Ein- und Auslagerungen.

Materialflussrechner Lösung

Eingesetzte Technologien

  • Java
  • Javascript, AngularJS
  • Project Reactor
Hochregallager

Systemwechsel im laufenden Lagerbetrieb

Das neue System wurde parallel zum bestehenden Materialflussrechner entwickelt, getestet und in Betrieb genommen. Die Migration erfolgte schrittweise: Zunächst wurden einzelne Lagerbereiche auf das neue System umgestellt, während die übrigen Bereiche weiterhin über das Altsystem liefen. Dieses Vorgehen reduzierte das Risiko, erlaubte echte Erkenntnisse unter Live-Last und schuf die Möglichkeit, Anpassungen iterativ und kontrolliert in die produktive Umgebung zu bringen. Die Simulatoren und automatisierten Tests blieben dabei das zentrale Mittel, um auch ohne umfangreiche reale Integrationstestfenster eine stabile, belastbare Auslieferung sicherzustellen.

Stabiler Betrieb. Spürbare Leistungssteigerung.

Landefeld hat heute einen Materialflussrechner, der den Betrieb nicht nur ersetzt, sondern betriebsfest und zukunftsfähig macht: stabil im Alltag, schneller in der Reaktion und sauber erweiterbar für Wachstum und Optimierung im Lager.

Konkret zeigt sich das Ergebnis in:

  • Stabilem Betrieb ohne Systemausfälle im produktiven Einsatz
  • Deutlich besserer Performance und geringerer Latenz bei reduzierten Hardwareanforderungen
  • Besser steuerbaren und optimierten Abläufen, auch in Sondersituationen
  • Hoher Anpassbarkeit für Erweiterungen und kontinuierliche Verbesserungen im Lagerbetrieb

Damit ist ein kritisches Kernsystem modernisiert worden – ohne den kritischen Punkt bei solchen Projekten zu reißen: Der Betrieb musste nicht anhalten.

Materialflussrechner Ergebnis

Kernergebnisse

  • Stabiler Betrieb ohne Systemausfälle
  • Deutlich bessere Performance, geringere Latenz
  • Optimierte Abläufe in Sondersituationen
  • Hohe Anpassbarkeit für Erweiterungen

Ihr Kernsystem muss erneuert werden – aber der Betrieb darf nicht stehen bleiben?

Wir modernisieren geschäftskritische Software im laufenden Betrieb – stabil, nachvollziehbar und ohne unnötiges Risiko.

Projekt besprechen